TAGWERK ruft Verbraucher zu Wachsamkeit auf
Wovor TAGWERK seit Jahren immer wieder warnt – zuletzt bei der Aktion „tafeln! gegen Gentechnik“ Anfang September in Freising –, das ist nun in Rumänien eingetreten: Laut einem Bericht der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist der Anbau von genmanipuliertem Soja dort außer Kontrolle geraten. Landesweite Untersuchungen von Greenpeace ergaben, dass in mindestens 10 der 42 rumänischen Landkreise ohne Wissen der zuständigen Behörden das genmanipulierte Roundup-Ready-Soja des Agromultis Monsanto angebaut wird. Der ehemalige Rumänien-Geschäftsführer des Konzerns, Dragos Dima, der vor sieben Jahren aus der Firma ausgeschieden ist, geht davon aus, dass heute bereits 90 Prozent des angebauten rumänischen Sojas genmanipuliert ist.
Durch die unkontrollierte Ausbreitung von Gen-Soja ist eine Koexistenz, also ein Nebeneinander von Landwirten, die Gen-Soja anbauen und solchen, die gentechnikfrei wirtschaften wollen, nicht mehr möglich. „Das ist genau das, worauf Monsanto abzielt“ sagt Dr. Michael Rittershofer, Geschäftsführer des TAGWERK-Fördervereins. „Der Konzern will die Koexistenz nicht. Er will Märkte erobern und die Bauern von sich abhängig machen.“ Wenn erst einmal eine flächendeckende Verunreinigung eingetreten sei, gebe es keinen Weg mehr zurück. In Deutschland lehnt die große Mehrheit der Verbraucher und Landwirte Gen-Pflanzen im Essen und auf dem Acker ab. Mit gutem Grund, denn für sie bringt die Gentechnik keine Vorteile. Deshalb, so Rittershofer, sei die Aufklärung über die Gefahren der Gentechnik so immens wichtig. Denn „nur der informierte Verbraucher kann sich erfolgreich gegen eine schleichende Verseuchung der Lebensmittel wehren“.
Quelle: dpa-Meldung vom 10.10.2005,